Über St.Paulis 4.Herrenmannschaft

(…) Der Punk, seine Oma und wie alles begann…
Als im Jahre 1986 aus einem Haufen im Stadtpark-kickender Punkrocker eingetragene Vereinsmitglieder wurden und als „FC St.Pauli 4.Herren“ vor nun mehr 20 Jahren, im August 1987, erstmals am Spielbetrieb des Hamburger Fussball-Verbandes teilnahmen, stand die Oma von Torwart-Legende (und Dackelblut-Sänger) Jens „Jensen“ Rachut jeden Sonntag hinter dem Tor und drohte ihrem Enkel: „Wenn du heute einen reinlässt, gibt es keinen Korn!“. (Anmerkung: So zumindest besagt es die Legende) Und obwohl damals „nur“ 5 Hausbesetzer, pardon… Bewohner mitspielten, bekam die schnell als „Hafenstraßen-Truppe“ verschrieene Vierte der Braun-Weißen nie besonders große Anerkennung im Verein. Allzu deutlich wurde dies bei der eigentlich üblichen Vergabe der Ehrennadel für besondere Verdienste (wie z.B. den Pokalerfolgen in den 90er Jahren), die den damals Aktiven „einfach nachgereicht wurde“, erinnert sich ein ehemaliger Spieler heute.
(…) Das aus dieser einen, von derart sympathischen Chaoten gegründeten Herrenmannschaft mal deren 5 werden, und die älteren Spieler daraus teilweise immer noch für die heutigen Alten Herren oder gar Senioren ihres Lieblingsclubs kicken und somit den viel gepriesenen Charakter des „etwas anderen Vereins“ seit Jahr und Tag ausmachen, das sollte dem FC St. Pauli eigentlich jede mögliche Anerkennung wert sein! In diesem Sinne, wir sehen uns auf dem Grandplatz…
(Quelle: „Keine Duschen, dafür Sauna! (Teil 3)“ Übersteiger Fanzine Ausgabe 83, Mai 2007)

(…) Es wurden eigene Panini-Bilder und Aufkleber gegen Rechts hergestellt. Legendär waren auch die Visitenkarten mit der Aufschrift „Es schlugen sie soeben die 4.Herren des FC St. Pauli!“. Innerhalb der ersten Jahre schafften sie gleich den Sprung von der untersten Leistungsklasse (HC) in die höchste (HA-01), in der sich die Mannschaft, auch nach anfänglichem 7-jährigen Abstiegskampf, trotzdem bis heute durchgehend hat halten können!
(…) In den vergangen 20 Jahren wurde die Vierte zwar nicht einmal Meister (Anmerkung: mittlerweile UH-01 Staffelmeister 2011, als erstes St.Pauli-Team überhaupt), aber mit insgesamt 5 Pokalhalbfinal-Einzügen, einem verlorenen Finale (2002) und diversen Vizemeisterschaften in der höchsten Spielklasse der Unteren Herren, zählt sie immer noch zu den Stärksten im Verein.
(Quelle: Übersteiger Fanzine Ausgabe 81, November 2006)